Binomische Formeln: alle 3 Formeln mit Beispielen und Rechenwegen
Inhalt dieser Seite
- Die drei binomischen Formeln im Überblick
- Erste binomische Formel: (a + b)²
- Zweite binomische Formel: (a − b)²
- Dritte binomische Formel: (a + b) · (a − b)
- Rückwärts: Terme mit den binomischen Formeln faktorisieren
- Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Höhere Potenzen: (a + b)³ und das Pascalsche Dreieck
- Wo dir die binomischen Formeln bei Geld begegnen
- Häufige Fragen
Kurz beantwortet
- 1. binomische Formel: (a + b)² = a² + 2ab + b²
- 2. binomische Formel: (a − b)² = a² − 2ab + b²
- 3. binomische Formel: (a + b) · (a − b) = a² − b²
- Häufigster Fehler: das Mittelglied 2ab vergessen. (a + b)² ist nicht a² + b².
Die drei binomischen Formeln im Überblick
Ein Binom ist eine Summe oder Differenz aus zwei Gliedern, zum Beispiel a + b oder x − 3. Die binomischen Formeln sagen dir, was herauskommt, wenn du ein solches Binom mit sich selbst oder mit seinem „Gegenstück“ multiplizierst. Du sparst dir damit das lange Ausmultiplizieren.
| Formel | Schreibweise | Beispiel |
|---|---|---|
| 1. binomische Formel (Plus-Formel) | (a + b)² = a² + 2ab + b² | (x + 3)² = x² + 6x + 9 |
| 2. binomische Formel (Minus-Formel) | (a − b)² = a² − 2ab + b² | (x − 4)² = x² − 8x + 16 |
| 3. binomische Formel (Plus-Minus-Formel) | (a + b) · (a − b) = a² − b² | (x + 5) · (x − 5) = x² − 25 |
Erste binomische Formel: (a + b)²
(a + b)² = a² + 2ab + b²
Woher die Formel kommt, siehst du beim Ausmultiplizieren: (a + b)² heißt (a + b) · (a + b). Jedes Glied der ersten Klammer wird mit jedem Glied der zweiten multipliziert: a · a + a · b + b · a + b · b. Weil a · b und b · a gleich sind, fasst du sie zu 2ab zusammen.
Anschaulich ist es ein Quadrat mit der Seitenlänge a + b. Es besteht aus einem großen Quadrat a², einem kleinen Quadrat b² und zwei gleichen Rechtecken mit der Fläche a · b.
Auch beim Kopfrechnen hilft die Formel: 21² = (20 + 1)² = 400 + 40 + 1 = 441. Oder 103² = (100 + 3)² = 10.000 + 600 + 9 = 10.609.
Zweite binomische Formel: (a − b)²
(a − b)² = a² − 2ab + b²
Die zweite Formel funktioniert genauso, nur ist das Mittelglied negativ. Das letzte Glied b² bleibt positiv, denn (−b) · (−b) ergibt +b². Genau hier passieren die meisten Vorzeichenfehler.
Dritte binomische Formel: (a + b) · (a − b)
(a + b) · (a − b) = a² − b²
Beim Ausmultiplizieren entstehen die Glieder +ab und −ab. Sie heben sich auf, deshalb gibt es kein Mittelglied. Übrig bleibt die Differenz der beiden Quadrate.
Rückwärts: Terme mit den binomischen Formeln faktorisieren
Oft brauchst du die Formeln in die andere Richtung: Aus einer Summe soll wieder ein Produkt werden. Das hilft beim Kürzen von Brüchen und beim Lösen von Gleichungen.
- Quadrate suchen: Stehen zwei Quadratzahlen oder Quadrate von Variablen im Term, etwa x² und 25?
- Wurzeln ziehen: Aus x² wird x, aus 25 wird 5. Das sind deine Kandidaten für a und b.
- Mittelglied prüfen: Ist das mittlere Glied genau 2 · a · b? Bei x² + 10x + 25 ist 2 · x · 5 = 10x. Also gilt x² + 10x + 25 = (x + 5)².
- Vorzeichen zuordnen: Mittelglied positiv → 1. Formel, negativ → 2. Formel, kein Mittelglied und ein Minus zwischen den Quadraten → 3. Formel.
Passt das Mittelglied nicht, lässt sich der Term nicht direkt mit einer binomischen Formel schreiben. Dann hilft die quadratische Ergänzung – genau daraus entsteht die p-q-Formel.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Mittelglied vergessen: (a + b)² ist nicht a² + b². Probe mit Zahlen: (2 + 3)² = 25, aber 2² + 3² = 13.
- Faktor 2 vergessen: (x + 3)² = x² + 6x + 9, nicht x² + 3x + 9.
- Vorzeichen beim letzten Glied: Bei der 2. Formel ist b² immer positiv.
- Koeffizienten nicht quadriert: (5x)² = 25x². Die Klammer gehört zum ganzen Glied.
- 3. Formel verwechselt: (a − b)² und (a + b) · (a − b) sind verschieden. Nur das zweite ergibt a² − b².
Höhere Potenzen: (a + b)³ und das Pascalsche Dreieck
Für höhere Potenzen gibt es keine eigene Nummer mehr, aber ein festes Muster. Die Vorfaktoren (Binomialkoeffizienten) stehen im Pascalschen Dreieck: Jede Zahl ist die Summe der beiden Zahlen darüber.
| Potenz | Vorfaktoren | Ausmultipliziert |
|---|---|---|
| (a + b)² | 1 – 2 – 1 | a² + 2ab + b² |
| (a + b)³ | 1 – 3 – 3 – 1 | a³ + 3a²b + 3ab² + b³ |
| (a + b)⁴ | 1 – 4 – 6 – 4 – 1 | a⁴ + 4a³b + 6a²b² + 4ab³ + b⁴ |
Der allgemeine Fall heißt binomischer Lehrsatz. Für (a − b) wechseln die Vorzeichen ab: (a − b)³ = a³ − 3a²b + 3ab² − b³.
Wo dir die binomischen Formeln bei Geld begegnen
Die erste binomische Formel steckt im Zinseszins. Legst du Geld zwei Jahre zu 5 % Zinsen an, wächst es mit dem Faktor 1,05². Nach der Formel ist das (1 + 0,05)² = 1 + 2 · 0,05 + 0,05² = 1 + 0,10 + 0,0025 = 1,1025.
Genau dieses kleine Glied b² wird bei langen Laufzeiten und höheren Potenzen immer größer – deshalb wächst Geld mit Zinseszins schneller als mit einfachen Zinsen. Für schnelle Anteilsrechnungen im Alltag helfen dir außerdem die Prozentrechnung und der Dreisatz.
Häufige Fragen
Wie lauten die 3 binomischen Formeln?
1. (a + b)² = a² + 2ab + b², 2. (a − b)² = a² − 2ab + b², 3. (a + b) · (a − b) = a² − b².
Was ist die 3. binomische Formel?
Die dritte binomische Formel lautet (a + b) · (a − b) = a² − b². Beim Ausmultiplizieren heben sich die gemischten Glieder auf, übrig bleibt die Differenz der Quadrate.
Wie erkenne ich, welche binomische Formel ich brauche?
Steht ein Binom mit Plus im Quadrat, ist es die 1. Formel, mit Minus die 2. Formel. Werden zwei Klammern mit gleichen Gliedern, aber verschiedenen Rechenzeichen multipliziert, ist es die 3. Formel.
Warum ist (a + b)² nicht a² + b²?
Weil beim Ausmultiplizieren von (a + b) · (a + b) zusätzlich zweimal das Produkt a · b entsteht. Zahlenprobe: (2 + 3)² = 25, aber 2² + 3² = 13.
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