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p-q-Formel: quadratische Gleichungen lösen mit Beispielen

Geprüft am 25.10.2026Redaktion CaptainGeldLesezeit 6 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Die p-q-Formel
  2. Schritt für Schritt: so wendest du die Formel an
  3. Beispiele mit Lösung
  4. Die Diskriminante: wie viele Lösungen gibt es?
  5. Herleitung: woher die p-q-Formel kommt
  6. p-q-Formel oder abc-Formel?
  7. Schnelle Probe mit dem Satz von Vieta
  8. Typische Fehler bei der p-q-Formel
  9. Anwendung: Zinssatz aus zwei Einzahlungen berechnen
  10. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • Die p-q-Formel löst quadratische Gleichungen in der Normalform x² + px + q = 0.
  • Formel: x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q)
  • Die Diskriminante (p/2)² − q entscheidet: größer 0 → zwei Lösungen, gleich 0 → eine, kleiner 0 → keine reelle Lösung.
  • Steht vor x² eine andere Zahl als 1, teilst du zuerst die ganze Gleichung durch diese Zahl.

Die p-q-Formel

Mit der p-q-Formel löst du quadratische Gleichungen, also Gleichungen, in denen x² vorkommt. Voraussetzung ist die Normalform: Vor dem x² steht eine 1, und rechts vom Gleichheitszeichen steht 0.

x² + px + q = 0 ⇒ x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q)

Dabei ist p die Zahl vor dem x (mit Vorzeichen) und q die Zahl ohne x (ebenfalls mit Vorzeichen). Das ± bedeutet: Du rechnest einmal mit Plus und einmal mit Minus und bekommst so bis zu zwei Lösungen.

Merksatz: „Minus p halbe, plus minus Wurzel aus p halbe zum Quadrat minus q.“

Schritt für Schritt: so wendest du die Formel an

  1. Auf null bringen: Alle Glieder auf eine Seite, sodass rechts 0 steht.
  2. Normalform herstellen: Steht vor x² eine andere Zahl als 1, teilst du die ganze Gleichung durch diese Zahl.
  3. p und q ablesen: Vorzeichen mitnehmen. Bei x² − 5x + 6 = 0 ist p = −5 und q = 6.
  4. Diskriminante berechnen: D = (p/2)² − q. Sie entscheidet, wie viele Lösungen es gibt.
  5. Einsetzen und ausrechnen: x₁ = −p/2 + √D und x₂ = −p/2 − √D.
  6. Probe machen: Setze die Lösungen in die Ausgangsgleichung ein.

Beispiele mit Lösung

Beispiel 1: zwei Lösungen

Beispiel: x² − 5x + 6 = 0. Hier ist p = −5 und q = 6. Also −p/2 = 2,5 und D = 2,5² − 6 = 6,25 − 6 = 0,25. Die Wurzel aus 0,25 ist 0,5. Ergebnis: x₁ = 2,5 + 0,5 = 3 und x₂ = 2,5 − 0,5 = 2.

Beispiel 2: erst in die Normalform bringen

Beispiel: 2x² + 8x − 10 = 0. Teile durch 2: x² + 4x − 5 = 0. Jetzt ist p = 4 und q = −5. −p/2 = −2, D = 2² − (−5) = 4 + 5 = 9, √9 = 3. Ergebnis: x₁ = −2 + 3 = 1 und x₂ = −2 − 3 = −5.

Beispiel 3: genau eine Lösung

Beispiel: x² + 6x + 9 = 0. p = 6, q = 9, D = 3² − 9 = 0. Es gibt nur x = −3. Kein Zufall: x² + 6x + 9 ist (x + 3)², die erste binomische Formel.

Beispiel 4: keine Lösung

Beispiel: x² + 2x + 5 = 0. p = 2, q = 5, D = 1² − 5 = −4. Aus einer negativen Zahl lässt sich keine reelle Wurzel ziehen. Die Gleichung hat keine Lösung (in den reellen Zahlen).

Die Diskriminante: wie viele Lösungen gibt es?

Der Ausdruck unter der Wurzel heißt Diskriminante. Du kannst ihn zuerst ausrechnen und weißt dann sofort, woran du bist.

Diskriminante D = (p/2)² − qAnzahl der LösungenBedeutung für die Parabel
D > 0zwei Lösungenschneidet die x-Achse zweimal
D = 0eine Lösungberührt die x-Achse im Scheitelpunkt
D < 0keine reelle Lösungliegt ganz über der x-Achse

Die Lösungen sind die Nullstellen der Parabel y = x² + px + q. Ihr Scheitelpunkt liegt bei x = −p/2 – das ist der erste Teil der Formel.

Herleitung: woher die p-q-Formel kommt

Die Formel ist keine Zauberei, sondern das Ergebnis der quadratischen Ergänzung. Du formst x² + px + q = 0 so um, dass links eine binomische Formel entsteht:

  1. q auf die andere Seite: x² + px = −q
  2. (p/2)² auf beiden Seiten addieren: x² + px + (p/2)² = (p/2)² − q
  3. Links steht jetzt die erste binomische Formel: (x + p/2)² = (p/2)² − q
  4. Wurzel ziehen, dabei beide Vorzeichen beachten: x + p/2 = ±√((p/2)² − q)
  5. p/2 abziehen: x = −p/2 ± √((p/2)² − q)

Wenn du das einmal nachvollzogen hast, verstehst du auch, warum die Diskriminante über die Zahl der Lösungen entscheidet: Ein Quadrat kann nie negativ sein.

p-q-Formel oder abc-Formel?

Die abc-Formel, in Süddeutschland oft Mitternachtsformel genannt, löst dieselben Gleichungen, braucht aber keine Normalform. Sie geht von ax² + bx + c = 0 aus:

x₁,₂ = (−b ± √(b² − 4ac)) ÷ (2a)

Beide Formeln liefern immer dieselben Lösungen. Teilst du ax² + bx + c = 0 durch a, ist p = b/a und q = c/a – dann wird aus der abc-Formel die p-q-Formel. Welche du nimmst, ist Geschmackssache und oft eine Frage dessen, was in deiner Schule gelehrt wird. Die p-q-Formel ist kürzer, wenn vor x² ohnehin eine 1 steht. Bei krummen Vorfaktoren wie 3x² ersparst du dir mit der abc-Formel das Rechnen mit Brüchen.

Beispiel: 2x² + 8x − 10 = 0 mit der abc-Formel: a = 2, b = 8, c = −10. b² − 4ac = 64 + 80 = 144, √144 = 12. x₁ = (−8 + 12) ÷ 4 = 1, x₂ = (−8 − 12) ÷ 4 = −5. Dasselbe Ergebnis wie oben mit der p-q-Formel.

Schnelle Probe mit dem Satz von Vieta

Für die Lösungen der Normalform gilt immer: x₁ + x₂ = −p und x₁ · x₂ = q. Bei x² − 5x + 6 = 0 ist 3 + 2 = 5 = −p und 3 · 2 = 6 = q. Stimmt beides, hast du richtig gerechnet. Bei kleinen ganzen Zahlen kannst du die Lösungen so manchmal sogar direkt erraten.

Typische Fehler bei der p-q-Formel

  • Normalform vergessen: Bei 3x² + … musst du erst durch 3 teilen – und zwar jedes Glied.
  • Vorzeichen von p: Ist p negativ, wird −p/2 positiv. Bei x² − 8x + 7 = 0 ist −p/2 = +4.
  • (p/2)² falsch: Das Quadrat ist immer positiv, auch wenn p negativ ist: (−4)² = 16.
  • Minus q übersehen: Ist q negativ, wird unter der Wurzel addiert: (p/2)² − (−5) = (p/2)² + 5.
  • Nur eine Lösung notiert: Das ± liefert zwei Ergebnisse, außer die Diskriminante ist null.

Anwendung: Zinssatz aus zwei Einzahlungen berechnen

Quadratische Gleichungen tauchen auch bei Geldfragen auf, etwa wenn du aus einem Endbetrag den Zinssatz zurückrechnen willst. Angenommen, du zahlst heute 1.000 € und in einem Jahr noch einmal 1.000 € ein. Nach zwei Jahren hast du 2.152,50 €. Welcher Zins steckt dahinter?

Beispiel: Mit dem Zinsfaktor q (Achtung: hier ist q der Zinsfaktor, nicht das q der Formel) gilt 1.000 · q² + 1.000 · q = 2.152,50. Geteilt durch 1.000: q² + q − 2,1525 = 0. In der p-q-Formel ist jetzt p = 1 und das Absolutglied −2,1525. −p/2 = −0,5, die Diskriminante ist 0,25 + 2,1525 = 2,4025, die Wurzel daraus 1,55. Lösungen: 1,05 und −2,05. Nur die positive ergibt Sinn: Der Zinsfaktor ist 1,05, also 5 % Zinsen im Jahr.

Probe: 1.000 € · 1,05² = 1.102,50 € plus 1.000 € · 1,05 = 1.050 € ergibt 2.152,50 €.

Häufige Fragen

Wie lautet die p-q-Formel?

Für x² + px + q = 0 gilt x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q). p ist die Zahl vor x, q die Zahl ohne x, jeweils mit Vorzeichen.

Wann kann ich die p-q-Formel anwenden?

Bei jeder quadratischen Gleichung, sobald sie in Normalform steht: vor x² eine 1, rechts eine 0. Andernfalls erst umstellen und durch den Faktor vor x² teilen.

Was passiert, wenn unter der Wurzel eine negative Zahl steht?

Dann hat die Gleichung keine Lösung in den reellen Zahlen. Die zugehörige Parabel schneidet die x-Achse nicht.

Ist die p-q-Formel dasselbe wie die Mitternachtsformel?

Nicht ganz. Die Mitternachts- oder abc-Formel geht von ax² + bx + c = 0 aus und braucht keine Normalform. Beide liefern aber immer dieselben Lösungen.

Redaktion CaptainGeld. Inhaltlich geprüft am 25.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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