p-q-Formel: quadratische Gleichungen lösen mit Beispielen
Inhalt dieser Seite
- Die p-q-Formel
- Schritt für Schritt: so wendest du die Formel an
- Beispiele mit Lösung
- Die Diskriminante: wie viele Lösungen gibt es?
- Herleitung: woher die p-q-Formel kommt
- p-q-Formel oder abc-Formel?
- Schnelle Probe mit dem Satz von Vieta
- Typische Fehler bei der p-q-Formel
- Anwendung: Zinssatz aus zwei Einzahlungen berechnen
- Häufige Fragen
Kurz beantwortet
- Die p-q-Formel löst quadratische Gleichungen in der Normalform x² + px + q = 0.
- Formel: x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q)
- Die Diskriminante (p/2)² − q entscheidet: größer 0 → zwei Lösungen, gleich 0 → eine, kleiner 0 → keine reelle Lösung.
- Steht vor x² eine andere Zahl als 1, teilst du zuerst die ganze Gleichung durch diese Zahl.
Die p-q-Formel
Mit der p-q-Formel löst du quadratische Gleichungen, also Gleichungen, in denen x² vorkommt. Voraussetzung ist die Normalform: Vor dem x² steht eine 1, und rechts vom Gleichheitszeichen steht 0.
x² + px + q = 0 ⇒ x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q)
Dabei ist p die Zahl vor dem x (mit Vorzeichen) und q die Zahl ohne x (ebenfalls mit Vorzeichen). Das ± bedeutet: Du rechnest einmal mit Plus und einmal mit Minus und bekommst so bis zu zwei Lösungen.
Schritt für Schritt: so wendest du die Formel an
- Auf null bringen: Alle Glieder auf eine Seite, sodass rechts 0 steht.
- Normalform herstellen: Steht vor x² eine andere Zahl als 1, teilst du die ganze Gleichung durch diese Zahl.
- p und q ablesen: Vorzeichen mitnehmen. Bei x² − 5x + 6 = 0 ist p = −5 und q = 6.
- Diskriminante berechnen: D = (p/2)² − q. Sie entscheidet, wie viele Lösungen es gibt.
- Einsetzen und ausrechnen: x₁ = −p/2 + √D und x₂ = −p/2 − √D.
- Probe machen: Setze die Lösungen in die Ausgangsgleichung ein.
Beispiele mit Lösung
Beispiel 1: zwei Lösungen
Beispiel 2: erst in die Normalform bringen
Beispiel 3: genau eine Lösung
Beispiel 4: keine Lösung
Die Diskriminante: wie viele Lösungen gibt es?
Der Ausdruck unter der Wurzel heißt Diskriminante. Du kannst ihn zuerst ausrechnen und weißt dann sofort, woran du bist.
| Diskriminante D = (p/2)² − q | Anzahl der Lösungen | Bedeutung für die Parabel |
|---|---|---|
| D > 0 | zwei Lösungen | schneidet die x-Achse zweimal |
| D = 0 | eine Lösung | berührt die x-Achse im Scheitelpunkt |
| D < 0 | keine reelle Lösung | liegt ganz über der x-Achse |
Die Lösungen sind die Nullstellen der Parabel y = x² + px + q. Ihr Scheitelpunkt liegt bei x = −p/2 – das ist der erste Teil der Formel.
Herleitung: woher die p-q-Formel kommt
Die Formel ist keine Zauberei, sondern das Ergebnis der quadratischen Ergänzung. Du formst x² + px + q = 0 so um, dass links eine binomische Formel entsteht:
- q auf die andere Seite: x² + px = −q
- (p/2)² auf beiden Seiten addieren: x² + px + (p/2)² = (p/2)² − q
- Links steht jetzt die erste binomische Formel: (x + p/2)² = (p/2)² − q
- Wurzel ziehen, dabei beide Vorzeichen beachten: x + p/2 = ±√((p/2)² − q)
- p/2 abziehen: x = −p/2 ± √((p/2)² − q)
Wenn du das einmal nachvollzogen hast, verstehst du auch, warum die Diskriminante über die Zahl der Lösungen entscheidet: Ein Quadrat kann nie negativ sein.
p-q-Formel oder abc-Formel?
Die abc-Formel, in Süddeutschland oft Mitternachtsformel genannt, löst dieselben Gleichungen, braucht aber keine Normalform. Sie geht von ax² + bx + c = 0 aus:
x₁,₂ = (−b ± √(b² − 4ac)) ÷ (2a)
Beide Formeln liefern immer dieselben Lösungen. Teilst du ax² + bx + c = 0 durch a, ist p = b/a und q = c/a – dann wird aus der abc-Formel die p-q-Formel. Welche du nimmst, ist Geschmackssache und oft eine Frage dessen, was in deiner Schule gelehrt wird. Die p-q-Formel ist kürzer, wenn vor x² ohnehin eine 1 steht. Bei krummen Vorfaktoren wie 3x² ersparst du dir mit der abc-Formel das Rechnen mit Brüchen.
Schnelle Probe mit dem Satz von Vieta
Für die Lösungen der Normalform gilt immer: x₁ + x₂ = −p und x₁ · x₂ = q. Bei x² − 5x + 6 = 0 ist 3 + 2 = 5 = −p und 3 · 2 = 6 = q. Stimmt beides, hast du richtig gerechnet. Bei kleinen ganzen Zahlen kannst du die Lösungen so manchmal sogar direkt erraten.
Typische Fehler bei der p-q-Formel
- Normalform vergessen: Bei 3x² + … musst du erst durch 3 teilen – und zwar jedes Glied.
- Vorzeichen von p: Ist p negativ, wird −p/2 positiv. Bei x² − 8x + 7 = 0 ist −p/2 = +4.
- (p/2)² falsch: Das Quadrat ist immer positiv, auch wenn p negativ ist: (−4)² = 16.
- Minus q übersehen: Ist q negativ, wird unter der Wurzel addiert: (p/2)² − (−5) = (p/2)² + 5.
- Nur eine Lösung notiert: Das ± liefert zwei Ergebnisse, außer die Diskriminante ist null.
Anwendung: Zinssatz aus zwei Einzahlungen berechnen
Quadratische Gleichungen tauchen auch bei Geldfragen auf, etwa wenn du aus einem Endbetrag den Zinssatz zurückrechnen willst. Angenommen, du zahlst heute 1.000 € und in einem Jahr noch einmal 1.000 € ein. Nach zwei Jahren hast du 2.152,50 €. Welcher Zins steckt dahinter?
Probe: 1.000 € · 1,05² = 1.102,50 € plus 1.000 € · 1,05 = 1.050 € ergibt 2.152,50 €.
Häufige Fragen
Wie lautet die p-q-Formel?
Für x² + px + q = 0 gilt x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q). p ist die Zahl vor x, q die Zahl ohne x, jeweils mit Vorzeichen.
Wann kann ich die p-q-Formel anwenden?
Bei jeder quadratischen Gleichung, sobald sie in Normalform steht: vor x² eine 1, rechts eine 0. Andernfalls erst umstellen und durch den Faktor vor x² teilen.
Was passiert, wenn unter der Wurzel eine negative Zahl steht?
Dann hat die Gleichung keine Lösung in den reellen Zahlen. Die zugehörige Parabel schneidet die x-Achse nicht.
Ist die p-q-Formel dasselbe wie die Mitternachtsformel?
Nicht ganz. Die Mitternachts- oder abc-Formel geht von ax² + bx + c = 0 aus und braucht keine Normalform. Beide liefern aber immer dieselben Lösungen.
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