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Kontenplan erstellen: So baust du deinen individuellen Kontenplan

Geprüft am 09.10.20264 QuellenLesezeit 4 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Was ist ein Kontenplan?
  2. Kontenrahmen und Kontenplan: der Unterschied
  3. Aufbau: Kontenklassen, Kontengruppen, Konten
  4. Kontenplan erstellen in 6 Schritten
  5. Beispiel: Kontenplan für eine Grafikdesignerin (SKR03)
  6. Kontenplan in der Buchhaltungssoftware anpassen
  7. Was ist ein Kontenblatt?
  8. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • Ein Kontenplan ist die Liste aller Konten, die ein Unternehmen tatsächlich bebucht. Er wird aus einem Kontenrahmen wie SKR03 oder SKR04 abgeleitet.
  • Der Kontenrahmen ist die Vorlage für viele Betriebe, der Kontenplan die auf deinen Betrieb zugeschnittene Auswahl.
  • Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Kontenrahmen. Die Buchführung muss aber vollständig, geordnet und nachvollziehbar sein (§ 238, § 239 HGB, GoBD).
  • In Buchhaltungsprogrammen wählst du den Kontenrahmen beim Einrichten, blendest unnötige Konten aus und legst bei Bedarf eigene Unterkonten an.

Was ist ein Kontenplan?

Ein Kontenplan ist das Verzeichnis aller Sachkonten, die ein bestimmtes Unternehmen in seiner Buchhaltung verwendet. Jedes Konto hat eine Nummer und eine Bezeichnung, zum Beispiel „1200 Bank“ oder „4210 Miete“. Der Kontenplan legt damit fest, wo welcher Geschäftsvorfall gebucht wird.

Der Kontenplan ist kein frei erfundenes Dokument. Er wird in aller Regel aus einem Kontenrahmen abgeleitet, also aus einer standardisierten Vorlage für viele Betriebe.

Kontenrahmen und Kontenplan: der Unterschied

KontenrahmenKontenplan
ZweckEinheitliche Vorlage für viele Unternehmen oder eine BrancheKonkrete Kontenliste eines einzelnen Unternehmens
UmfangMehrere tausend KontenMeist 50 bis 300 tatsächlich genutzte Konten
BeispieleDATEV SKR03, SKR04, Industriekontenrahmen (IKR), Branchenkontenrahmen„Kontenplan der Muster GmbH“
Wer legt fest?Verbände, SoftwareanbieterDas Unternehmen bzw. sein Steuerbüro
Merksatz: Der Kontenrahmen ist der Katalog, der Kontenplan ist dein Einkaufszettel daraus.

Aufbau: Kontenklassen, Kontengruppen, Konten

Kontenrahmen in Deutschland folgen dem Zehnersystem. Die erste Ziffer der Kontonummer nennt die Kontenklasse (0 bis 9), die zweite die Kontengruppe, die weiteren Ziffern das einzelne Konto. Im SKR04 sind die Klassen nach der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung geordnet:

Klasse (SKR04)InhaltBeispielkonten
0Anlagevermögen0520 Pkw, 0650 Büroeinrichtung
1Umlaufvermögen1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, 1600 Kasse, 1800 Bank
2Eigenkapital2000 Festkapital, 2100 Privatentnahmen
3Fremdkapital3150 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
4Betriebliche Erträge4400 Erlöse 19 % USt
5Material- und Wareneinkauf5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer
6Betriebliche Aufwendungen6000 Löhne und Gehälter, 6310 Miete, 6815 Bürobedarf
7Weitere Erträge und Aufwendungen7300 Zinsaufwand
9Vortrags- und statistische Konten9000 Saldenvorträge

Im SKR03 ist die Ordnung anders: Klasse 1 enthält dort zum Beispiel Kasse (1000) und Bank (1200), Klasse 4 die betrieblichen Aufwendungen und Klasse 8 die Erlöse. Die Kontennummern können sich je nach Softwareversion leicht unterscheiden. Maßgeblich ist die Kontenliste deines Programms.

Kontenplan erstellen in 6 Schritten

  1. Kontenrahmen wählen. SKR03 ist bei kleinen Betrieben, Handwerk und Dienstleistern verbreitet. SKR04 entspricht dem Aufbau des Jahresabschlusses und wird oft von Kapitalgesellschaften genutzt. Arbeitest du mit einem Steuerbüro, übernimm dessen Kontenrahmen. Ein späterer Wechsel ist möglich, aber mühsam.
  2. Geschäftsvorfälle sammeln. Geh Kontoauszüge, Rechnungen und Verträge eines Jahres durch. Welche Einnahmen hast du, welche Kosten fallen regelmäßig an, welches Vermögen und welche Schulden gibt es?
  3. Bestandskonten auswählen. Bank, Kasse, Forderungen, Verbindlichkeiten, Darlehen, Anlagevermögen, Eigenkapital und Privatkonten.
  4. Erfolgskonten auswählen. Erlöskonten nach Steuersatz (19 %, 7 %, steuerfrei, Ausland) und alle Aufwandskonten, die du wirklich brauchst.
  5. Unterkonten ergänzen. Wenn du Kosten genauer auswerten möchtest, lege Unterkonten an, etwa getrennte Erlöskonten für zwei Produktgruppen. Bleib dabei im Nummernbereich der passenden Klasse.
  6. Dokumentieren und pflegen. Halte fest, was auf welches Konto gehört (Kontierungsrichtlinie). Neue Konten legst du nur an, wenn ein neuer Sachverhalt entsteht.
Achtung: Konten mit Steuerfunktion (z. B. Erlöse 19 % oder Vorsteuer) sind in Buchhaltungsprogrammen mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung verknüpft. Lege solche Konten nicht als einfache Kopien ohne Steuerschlüssel an, sonst stimmen die Meldungen ans Finanzamt nicht.

Beispiel: Kontenplan für eine Grafikdesignerin (SKR03)

Beispiel: Eine selbstständige Grafikdesignerin mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung kommt mit rund 30 Konten aus. Die wichtigsten: 0410 Geschäftsausstattung (z. B. Computer), 0420 Büroeinrichtung, 0480 Geringwertige Wirtschaftsgüter, 1000 Kasse, 1200 Bank, 1576 Vorsteuer 19 %, 1776 Umsatzsteuer 19 %, 1800 Privatentnahmen, 1890 Privateinlagen, 4210 Miete, 4360 Versicherungen, 4530 Laufende Kfz-Kosten, 4806 Wartung Software, 4920 Telefon, 4930 Bürobedarf, 4940 Fachliteratur, 4950 Rechts- und Beratungskosten, 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs, 8400 Erlöse 19 % USt, 8338 Erlöse EU-Ausland (Reverse Charge). Ist sie Kleinunternehmerin, nutzt sie statt 8400 das Konto für steuerfreie Kleinunternehmer-Umsätze und braucht keine Vorsteuer- und Umsatzsteuerkonten.

Die genauen Nummern prüfst du in der Kontenliste deines Programms. Wichtig ist das Prinzip: wenige, klar benannte Konten, die genau zu den Geschäftsvorfällen passen.

Kontenplan in der Buchhaltungssoftware anpassen

Bei Programmen wie DATEV, Lexware oder sevDesk legst du den Kontenrahmen beim Einrichten des Mandanten fest. Danach kannst du meist:

  • nicht benötigte Konten ausblenden oder als Favoriten nur die genutzten Konten anzeigen,
  • eigene Konten in freien Nummernbereichen anlegen und benennen,
  • Buchungsregeln hinterlegen, damit wiederkehrende Bankumsätze automatisch auf das richtige Konto gehen.

Einen fertigen Kontenplan zum Ausdrucken brauchst du nicht. Die GoBD verlangen aber, dass deine Buchführung für einen Prüfer in angemessener Zeit nachvollziehbar ist. Eine kurze Beschreibung, welche Konten du wofür verwendest, gehört deshalb zur Verfahrensdokumentation.

Was ist ein Kontenblatt?

Das Kontenblatt (auch Kontoblatt) zeigt alle Buchungen eines einzelnen Kontos in einem Zeitraum: Datum, Belegnummer, Buchungstext, Gegenkonto, Betrag im Soll oder Haben und den laufenden Saldo. Es ist das Werkzeug, mit dem du prüfst, ob ein Konto stimmt, etwa ob alle Mieten gebucht wurden. Wie Soll und Haben dabei funktionieren, erklärt der Beitrag Soll und Haben; die Grundlagen der doppelten Buchführung findest du in einem eigenen Artikel.

Häufige Fragen

Was ist ein Kontenplan?

Ein Kontenplan ist die Liste aller Konten, die ein Unternehmen tatsächlich in seiner Buchhaltung verwendet. Er wird aus einem Kontenrahmen wie SKR03 oder SKR04 abgeleitet und auf den Betrieb zugeschnitten.

Was ist der Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan?

Der Kontenrahmen ist eine Vorlage für viele Unternehmen mit tausenden Konten. Der Kontenplan ist die Auswahl daraus, die ein einzelnes Unternehmen nutzt, ergänzt um eigene Unterkonten.

Ist ein bestimmter Kontenrahmen vorgeschrieben?

Nein. Das Gesetz schreibt keinen bestimmten Kontenrahmen vor. Die Buchführung muss aber vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet sein und einem Dritten einen Überblick ermöglichen (§ 238 und § 239 HGB, § 145 und § 146 AO).

Kann ich in der Buchhaltungssoftware den Kontenrahmen anpassen?

Ja, die meisten Programme erlauben eigene Konten in freien Nummernbereichen und das Ausblenden ungenutzter Konten. Den Kontenrahmen selbst wechselst du am besten nur zum Beginn eines Geschäftsjahres.

Quellen

  1. § 238 HGB – Buchführungspflicht – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__238.html
  2. § 239 HGB – Führung der Handelsbücher – https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__239.html
  3. § 145 AO – Allgemeine Anforderungen an Buchführung und Aufzeichnungen – https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__145.html
  4. § 146 AO – Ordnungsvorschriften für die Buchführung – https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__146.html
Redaktion CaptainGeld. Erstmals veröffentlicht im November 2012, inhaltlich geprüft am 09.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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