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Staatliche Altersvorsorge ergänzen: So besserst du die gesetzliche Rente auf

Geprüft am 09.10.20267 QuellenLesezeit 4 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Wie hoch ist die gesetzliche Rente?
  2. Wann du in Rente gehen kannst
  3. Die drei Säulen der zusätzlichen Vorsorge
  4. So gehst du vor
  5. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • Seit 1. Juli 2026 beträgt der aktuelle Rentenwert 42,52 € pro Entgeltpunkt. Eine Standardrente nach 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst liegt damit bei rund 1.913 € brutto im Monat.
  • Das Rentenniveau ist bis 2031 bei 48 % gesichert – das heißt aber nicht 48 % deines letzten Gehalts. Die Lücke zum gewohnten Lebensstandard musst du selbst schließen.
  • Die wichtigsten Bausteine: Betriebsrente mit Arbeitgeberzuschuss, Riester (bei Kindern und kleinem Einkommen), Rürup (für Selbstständige und Gutverdiener) und ein frei verfügbarer ETF-Sparplan.
  • Ab 2027 löst ein neues gefördertes Altersvorsorgedepot die Riester-Rente für Neuverträge ab. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter.

Wie hoch ist die gesetzliche Rente?

Die gesetzliche Rente richtet sich nach deinen Entgeltpunkten. Wer in einem Jahr genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient, erhält einen Entgeltpunkt. Jeder Entgeltpunkt ist seit dem 1. Juli 2026 42,52 € Monatsrente wert (aktueller Rentenwert, vorher 40,79 €). Die Renten sind zum 1. Juli 2026 um 4,24 % gestiegen.

Beispiel: 45 Jahre Durchschnittsverdienst ergeben 45 Entgeltpunkte. 45 × 42,52 € = 1.913,40 € Bruttorente im Monat. Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern ab. Wer weniger verdient oder Lücken im Erwerbsleben hat, bekommt entsprechend weniger.

Das sogenannte Sicherungsniveau von 48 % ist bis 2031 gesetzlich garantiert. Es vergleicht die Standardrente mit dem Durchschnittsverdienst, beide vor Steuern und nach Sozialabgaben. Für deine persönliche Lücke ist wichtiger, was in deiner jährlichen Renteninformation steht. Die Deutsche Rentenversicherung schickt sie ab 27 Jahren mit mindestens fünf Beitragsjahren.

Wann du in Rente gehen kannst

RentenartVoraussetzungAlter (Jahrgang 1964 und jünger)
Regelaltersrente5 Jahre Wartezeit67
Rente für langjährig Versicherte35 Jahreab 63, mit 0,3 % Abschlag je Monat
Rente für besonders langjährig Versicherte45 Jahre65 ohne Abschlag

Die oft zitierte „Rente mit 63“ von 2014 gilt in dieser Form nicht mehr: Die abschlagsfreie Altersgrenze nach 45 Beitragsjahren steigt seit Jahrgang 1953 schrittweise und liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 65 Jahren. Wer nach der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, kann seit 2026 mit der Aktivrente bis zu 2.000 € im Monat aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steuerfrei verdienen.

Die drei Säulen der zusätzlichen Vorsorge

Betriebliche Altersvorsorge

Bei der Entgeltumwandlung zahlt dein Arbeitgeber einen Teil deines Bruttogehalts in eine Betriebsrente ein. 2026 sind bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei (8.112 € im Jahr) und davon bis zu 4 % (4.056 €) auch frei von Sozialabgaben. Spart der Arbeitgeber dadurch Sozialbeiträge, muss er grundsätzlich 15 % zuschießen. Das macht die Betriebsrente für Angestellte oft zum ersten Baustein. Nachteil: Im Alter sind die Renten voll steuer- und kranken­versicherungspflichtig, und weniger Bruttogehalt bedeutet etwas weniger gesetzliche Rente.

Riester-Rente

Die Riester-Förderung lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern und Geringverdiener. Wer mindestens 4 % des Vorjahresbruttos (abzüglich Zulagen, mindestens 60 € im Jahr) einzahlt, erhält die volle Zulage: 175 € Grundzulage und 300 € je Kind, das ab 2008 geboren ist (185 € für ältere Kinder). Beiträge bis 2.100 € im Jahr können zudem als Sonderausgaben abgesetzt werden. Mit Wohn-Riester lässt sich das geförderte Kapital für eine selbst genutzte Immobilie einsetzen; die Entnahme wird später über das Wohnförderkonto besteuert.

Achtung: Ab dem 1. Januar 2027 sollen neue geförderte Produkte die Riester-Rente für Neuabschlüsse ablösen, darunter ein Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie und ein günstiges Standarddepot. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und können nach Angaben des Bundesfinanzministeriums später ohne Rückzahlung der Förderung in ein neues Produkt wechseln. Wer jetzt neu abschließen will, sollte die Details der Reform abwarten.

Rürup- oder Basisrente

Die Basisrente eignet sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hoher Steuerlast. 2026 können Alleinstehende Beiträge bis 30.826 € (Verheiratete 61.652 €) als Sonderausgaben absetzen. Das ist der Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung: 24,7 % von 124.800 €, aufgerundet (§ 10 Abs. 3 EStG). Der Betrag gilt zusammen mit Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das Geld ist aber fest gebunden: keine Kapitalauszahlung, nicht vererbbar außer an Ehepartner und Kinder, nicht beleihbar.

Private Vorsorge ohne Förderung

Der flexibelste Baustein ist ein ETF-Sparplan im eigenen Depot. Du kannst jederzeit pausieren, an das Geld heran und behältst die Kosten selbst im Blick. Über 20 oder 30 Jahre wirkt der Zinseszins; Kursschwankungen gehören dazu. Klassische private Rentenversicherungen und die Kapitallebensversicherung bieten Garantien, kosten aber oft mehr Rendite.

So gehst du vor

  1. Lücke ermitteln: Renteninformation lesen und mit dem Nettobedarf im Alter vergleichen. Faustregel: Plane mit 70 bis 80 % deines heutigen Nettoeinkommens.
  2. Kostenlose Förderung zuerst: Arbeitgeberzuschuss zur Betriebsrente nutzen, bei Kindern Riester-Zulagen prüfen.
  3. Risiko passend wählen: Je länger der Anlagezeitraum, desto mehr Aktienanteil ist vertretbar. Welche Risikoklasse zu dir passt, solltest du vorher klären.
  4. Unabhängig beraten lassen: Die Deutsche Rentenversicherung berät kostenlos zur gesetzlichen Rente, Verbraucherzentralen bieten neutrale Beratung zur privaten Vorsorge gegen Gebühr. Provisionsberater verdienen am Abschluss.

Zinseszins-Rechner

Endkapital
–
Eingezahlt
–
Davon Zinsen
–

Annahme: monatliche Verzinsung zum gleichen effektiven Jahreszins, Einzahlung jeweils zum Monatsende, ohne Steuern und Kosten.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der aktuelle Rentenwert 2026?

Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der aktuelle Rentenwert 42,52 € pro Entgeltpunkt, vorher 40,79 €. Die Renten stiegen damit um 4,24 %.

Wie kann man die staatliche Rente aufbessern?

Über die betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss, die staatlich geförderte Riester- oder Rürup-Rente und private Vorsorge ohne Förderung, etwa einen ETF-Sparplan. Ab 2027 kommt ein neues gefördertes Altersvorsorgedepot hinzu.

Gibt es die Rente mit 63 noch?

Mit 63 können langjährig Versicherte nach 35 Jahren in Rente gehen, aber mit 0,3 % Abschlag pro Monat. Abschlagsfrei nach 45 Beitragsjahren geht es für alle ab Jahrgang 1964 erst mit 65.

Lohnt sich ein Riester-Vertrag noch?

Vor allem für Familien mit Kindern und Geringverdiener wegen der Zulagen. Da ab 2027 neue geförderte Produkte starten, solltest du einen Neuabschluss gut prüfen. Bestehende Verträge laufen weiter.

Quellen

  1. Deutsche Rentenversicherung – Rentenanpassung 2026 – https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/FAQ/Gesetzesaenderungen/Rentenanpassung/FAQ-Rentenanpassung-2026/Rentenanpassung-2026.html
  2. Bundesfinanzministerium – Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge – https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/reform-der-privaten-altersvorsorge.html
  3. Bundesfinanzministerium – Fragen und Antworten zur Aktivrente – https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/FAQ-zur-Aktivrente.html
  4. § 3 Nr. 63 EStG – Steuerfreiheit von Beiträgen zur betrieblichen Altersversorgung – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
  5. § 236b SGB VI – Altersrente für besonders langjährig Versicherte – https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__236b.html
  6. § 10 EStG – Sonderausgaben (Abs. 3: Höchstbetrag Basisrente) – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10.html
  7. Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See – Sozialversicherungsrechengrößen 2026 – https://www.deutsche-rentenversicherung.de/KnappschaftBahnSee/DE/Aktuelles/Meldungen/2026/2026_01_02_Sozialversicherungsrechengroessen2026.html
Redaktion CaptainGeld. Erstmals veröffentlicht im April 2014, inhaltlich geprüft am 09.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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