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Robo-Advisor: So funktioniert die automatisierte Geldanlage der FinTechs

Geprüft am 09.10.20263 QuellenLesezeit 4 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Was bedeutet FinTech?
  2. Was ist ein Robo-Advisor?
  3. Wer beaufsichtigt Robo-Advisors?
  4. Kosten: worauf du achten solltest
  5. Wie sicher ist das Geld?
  6. Steuern
  7. Vor- und Nachteile
  8. Für wen lohnt sich ein Robo-Advisor?
  9. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung: Ein Algorithmus erstellt anhand eines Fragebogens ein Portfolio, meist aus ETFs, und verwaltet es automatisch.
  • Anbieter brauchen eine Erlaubnis; Banken und Wertpapierinstitute stehen unter Aufsicht der BaFin.
  • Kosten: meist eine prozentuale Jahresgebühr plus Fondskosten. Vergleiche die Gesamtkosten – sie wirken sich über Jahre stark auf die Rendite aus.
  • Die Wertpapiere bleiben dein Eigentum. Gegen Kursverluste schützt aber auch ein Robo-Advisor nicht.

Was bedeutet FinTech?

FinTech steht für „Financial Technology“ und bezeichnet Unternehmen und Technologien, die Finanzdienstleistungen digital anbieten: Smartphone-Banken, Online-Bezahldienste, Kreditplattformen, Neobroker – und eben Robo-Advisors. Viele dieser Angebote stammen von jungen Unternehmen, inzwischen haben aber auch klassische Banken und Sparkassen eigene digitale Lösungen.

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung. Statt eines Bankberaters ermittelt ein Computerprogramm anhand eines Online-Fragebogens, welche Geldanlage zu dir passt, und legt das Geld anschließend weitgehend automatisch an. Meist besteht das Portfolio aus börsengehandelten Indexfonds (ETFs) mit Aktien und Anleihen in unterschiedlicher Mischung.

So läuft es typischerweise ab:

  1. Fragebogen: Du gibst Anlageziel, Anlagedauer, Einkommen, Vermögen, Erfahrung mit Wertpapieren und deine Bereitschaft an, Verluste auszuhalten.
  2. Risikoprofil: Daraus berechnet der Algorithmus eine Risikostufe und schlägt eine Aufteilung vor, etwa 70 % Aktien und 30 % Anleihen.
  3. Depot und Vollmacht: Du eröffnest ein Depot bei einer Partnerbank und erteilst dem Robo-Advisor eine Vollmacht, darin zu handeln.
  4. Laufende Verwaltung: Das Programm kauft und verkauft, legt Sparraten an und stellt die ursprüngliche Gewichtung regelmäßig wieder her (Rebalancing).

Welche Risikoklasse zu dir passt, kannst du vorab im Artikel Zu welcher Risikoklasse gehörst du bei der Geldanlage? einschätzen.

Wer beaufsichtigt Robo-Advisors?

Robo-Advice ist kein rechtsfreier Raum. Je nach Modell handelt es sich rechtlich um Finanzportfolioverwaltung (das Programm entscheidet selbst über Käufe und Verkäufe) oder um Anlageberatung (du erhältst konkrete Empfehlungen und entscheidest selbst). Für beides ist eine Erlaubnis nötig. Banken und Wertpapierinstitute beaufsichtigt die BaFin, Finanzanlagenvermittler werden von den Gewerbeämtern bzw. IHKs überwacht. Ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen.

Kosten: worauf du achten solltest

Robo-Advisors verlangen meist eine pauschale Jahresgebühr in Prozent des Depotwerts, oft gestaffelt nach Anlagebetrag. Dazu kommen die laufenden Kosten der Fonds im Depot. Entscheidend ist die Summe beider Posten. Konkrete Preise ändern sich häufig – vergleiche deshalb die aktuellen Kosteninformationen, die jeder Anbieter vor Vertragsschluss vorlegen muss.

Beispiel: Du legst 20.000 € an. Bei Gesamtkosten von 1,0 % pro Jahr zahlst du 200 € jährlich, bei 0,5 % nur 100 €. Über 20 Jahre und mit wachsendem Depot summiert sich der Unterschied – je nach Rendite – auf mehrere Tausend Euro, weil Kosten den Zinseszinseffekt schmälern.

Zum Vergleich: Ein selbst verwalteter ETF-Sparplan bei einem günstigen Depot kostet oft nur die Fondsgebühren. Dafür musst du Auswahl, Aufteilung und Rebalancing selbst übernehmen.

Wie sicher ist das Geld?

  • Wertpapiere im Depot gehören dir und nicht der Bank. Wird die Depotbank oder der Robo-Advisor zahlungsunfähig, fallen ETF-Anteile nicht in die Insolvenzmasse.
  • Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt.
  • Ansprüche gegen Wertpapierinstitute, etwa wenn Wertpapiere nicht zurückgegeben werden können, sichert die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) zu 90 %, höchstens 20.000 € (§ 4 AnlEntG).
  • Kursverluste sind nicht abgesichert. Auch ein Robo-Advisor kann einen Börsenrückgang nicht verhindern.

Steuern

Erträge aus dem Robo-Depot werden wie jede andere Kapitalanlage besteuert: mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Depotbank führt die Steuer automatisch ab. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € für Verheiratete) bleiben Erträge steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilst. Bei Aktien-ETFs sind zudem 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung).

Achtung: Rebalancing bedeutet Verkäufe – dabei können Gewinne entstehen, die versteuert werden müssen, sobald der Freibetrag ausgeschöpft ist.

Vor- und Nachteile

VorteileNachteile
kaum Aufwand, auch für Einsteiger geeignetteurer als ein selbst verwalteter ETF-Sparplan
breite Streuung über ETFswenig persönliche Beratung, Rückfragen schwierig
diszipliniertes Rebalancing ohne BauchentscheidungenErgebnis hängt von korrekten Angaben im Fragebogen ab
oft schon mit kleinen Sparraten möglichStrategie und Algorithmus sind für Kunden nur begrenzt nachvollziehbar
meist günstiger als klassische Vermögensverwaltungkeine Garantie gegen Verluste

Für wen lohnt sich ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor passt zu Menschen, die langfristig – mindestens zehn Jahre – an der Börse anlegen möchten, sich aber nicht selbst um die Auswahl und Pflege des Depots kümmern wollen. Wer bereit ist, sich etwas einzuarbeiten, kann mit einem eigenen ETF-Sparplan Kosten sparen. Grundlagen dazu findest du unter Aktiendepots, eine attraktive Form der Geldanlage. Prüfe deine Angaben im Fragebogen regelmäßig, etwa nach einem Jobwechsel oder vor größeren Anschaffungen – der Algorithmus kennt nur das, was du ihm sagst.

Zinseszins-Rechner

Endkapital
–
Eingezahlt
–
Davon Zinsen
–

Annahme: monatliche Verzinsung zum gleichen effektiven Jahreszins, Einzahlung jeweils zum Monatsende, ohne Steuern und Kosten.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Du beantwortest Fragen zu Zielen, Anlagedauer und Risikobereitschaft. Der Algorithmus ermittelt daraus ein Risikoprofil, schlägt eine Mischung aus meist ETFs vor und verwaltet das Depot mit deiner Vollmacht automatisch, einschließlich regelmäßigem Rebalancing.

Ist mein Geld beim Robo-Advisor sicher?

Die Wertpapiere im Depot gehören dir und sind bei einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € durch die Einlagensicherung geschützt. Kursverluste sind dagegen nicht abgesichert.

Lohnt sich ein Robo-Advisor gegenüber einem ETF-Sparplan?

Der Robo-Advisor nimmt dir Auswahl und Pflege ab, kostet dafür aber eine zusätzliche Gebühr. Wer sich selbst einarbeitet, spart mit einem eigenen ETF-Sparplan meist Kosten.

Quellen

  1. BaFin – Robo-Advice (Verbraucherinformation) – https://www.bafin.de/DE/verbraucherinnen-verbraucher/themen-finanzprodukte/geldanlage/beratung-empfehlung/robo-advice/robo-advice_node.html
  2. § 4 AnlEntG – Umfang des Entschädigungsanspruchs – https://www.gesetze-im-internet.de/eaeg/__4.html
  3. § 20 EStG – Kapitalvermögen (Sparer-Pauschbetrag) – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html
Redaktion CaptainGeld. Erstmals veröffentlicht im Januar 2016, inhaltlich geprüft am 09.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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