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Aktiendepot: Eröffnung, Kosten, Steuern und Verluste einfach erklärt

Geprüft am 09.10.20264 QuellenLesezeit 5 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Was ist ein Aktiendepot?
  2. Depot eröffnen: So geht es
  3. Den richtigen Broker finden
  4. Devisenhandel, CFDs und Forex-Broker
  5. Steuern auf Erträge im Depot
  6. Was passiert steuerlich mit Verlusten?
  7. Wie sicher sind Wertpapiere im Depot?
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • In einem Wertpapierdepot verwahrt eine Bank oder ein Broker deine Aktien, Fonds und ETFs. Die Wertpapiere bleiben dein Eigentum und sind bei einer Pleite des Anbieters geschützt.
  • Entscheidend für die Wahl sind Kosten (Depotgebühr, Ordergebühren, Sparplan), Angebot und Seriosität. Online-Broker sind meist deutlich günstiger als Filialbanken.
  • Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Bis 1.000 € im Jahr (Ehepaare 2.000 €) bleiben per Freistellungsauftrag steuerfrei.
  • Verluste aus Aktienverkäufen dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Bei mehreren Depots hilft eine Verlustbescheinigung, die bis 15. Dezember beantragt werden muss.

Was ist ein Aktiendepot?

Ein Aktiendepot (genauer: Wertpapierdepot) ist ein Konto für Wertpapiere. Darin verwahrt eine Bank oder ein Broker deine Aktien, Anleihen, Investmentfonds und ETFs. Zum Depot gehört ein Verrechnungskonto, über das Käufe bezahlt und Verkaufserlöse, Dividenden und Zinsen gutgeschrieben werden.

Gegenüber Sparbuch oder Festgeld bietet ein Depot langfristig höhere Ertragschancen, weil du an Unternehmensgewinnen und Kurssteigerungen teilhast. Dafür schwanken die Kurse, und Verluste sind möglich. Wie viel Schwankung du aushalten willst, hängt von deiner Risikoklasse ab. Jede Geldanlage bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Rendite, Sicherheit, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit – dem sogenannten magischen Viereck der Geldanlage.

Depot eröffnen: So geht es

  1. Anbieter auswählen (Kriterien siehe unten).
  2. Online-Antrag ausfüllen. Die Bank muss deine Identität prüfen, meist per Video-Ident oder Online-Ausweisfunktion.
  3. Fragen zu Erfahrung und Kenntnissen beantworten. Die Bank prüft damit, ob bestimmte Produkte zu dir passen.
  4. Freistellungsauftrag erteilen, damit Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei bleiben.
  5. Geld auf das Verrechnungskonto überweisen und die erste Order aufgeben oder einen Sparplan einrichten.

Den richtigen Broker finden

Ein Broker leitet deine Kauf- und Verkaufsaufträge an eine Börse oder einen außerbörslichen Handelsplatz weiter. Das können klassische Banken, Direktbanken oder reine Online-Broker sein. Achte auf:

  • Kosten: Depotführungsgebühr (bei vielen Online-Anbietern 0 €), Ordergebühren pro Kauf und Verkauf, Sparplangebühren, Handelsplatzentgelte und Spreads (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs). Filialbanken verlangen oft deutlich mehr als Online-Broker.
  • Angebot: Welche Börsen und Handelsplätze, wie viele sparplanfähige ETFs, Zugang zu ausländischen Aktien?
  • Regulierung und Sitz: Ein Anbieter mit Sitz in der EU und Aufsicht durch die BaFin oder eine andere EU-Aufsichtsbehörde. Bei ausländischen Anbietern musst du die Steuern häufig selbst in der Steuererklärung angeben.
  • Steuern: Ein „steuereinfaches“ Depot führt die Abgeltungsteuer automatisch ab und stellt dir eine Jahressteuerbescheinigung aus.
  • Beratung: Online-Broker beraten nicht. Wer Unterstützung will, kann eine Honorarberatung nutzen oder einen Robo-Advisor, der das Geld nach einem Regelwerk anlegt.
Achtung: Bei Beratung in einer Bank wird oft über Provisionen verdient. Frag nach allen laufenden Kosten (sie müssen dir vor dem Kauf in Euro und Prozent mitgeteilt werden) und vergleiche mit kostengünstigen Indexfonds.

Devisenhandel, CFDs und Forex-Broker

Neben Aktienbrokern werben sogenannte Forex- oder CFD-Broker um Privatanleger. Mit Differenzkontrakten (CFDs) setzt du mit Hebel auf steigende oder fallende Kurse von Währungen, Indizes oder Rohstoffen. Schon kleine Kursbewegungen führen zu großen Gewinnen oder Verlusten. Die Anbieter müssen offenlegen, wie viele Kundenkonten Verluste machen – meist ist es die große Mehrheit. Für Privatkunden gilt in der EU zwar ein Verbot von Nachschusspflichten, dein eingesetztes Geld kann aber vollständig verloren gehen. Für den Vermögensaufbau sind diese Produkte ungeeignet. Wie Währungen auf eine Anlage wirken, liest du unter Anlage in einer fremden Währung.

Steuern auf Erträge im Depot

Dividenden, Zinsen und Kursgewinne sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Darauf fällt die Abgeltungsteuer von 25 % an, zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Zusammen sind das rund 26,4 %, mit Kirchensteuer knapp 28 %. Deine Bank führt die Steuer direkt ans Finanzamt ab.

  • Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € pro Person und Jahr, 2.000 € für zusammenveranlagte Ehepaare (§ 20 Abs. 9 EStG). Teile ihn per Freistellungsauftrag auf deine Banken auf.
  • Aktienfonds und ETFs: 30 % der Erträge sind steuerfrei (Teilfreistellung, § 20 InvStG). Bei thesaurierenden Fonds fällt jährlich eine kleine Vorabpauschale an.
  • Günstigerprüfung: Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 %, kannst du in der Steuererklärung eine niedrigere Besteuerung beantragen.
Beispiel: Du erhältst 1.400 € Dividenden und Kursgewinne aus Einzelaktien, ledig, ohne Kirchensteuer. 1.000 € bleiben über den Freistellungsauftrag steuerfrei. Auf die restlichen 400 € fallen 25 % = 100 € Abgeltungsteuer plus 5,50 € Solidaritätszuschlag an.

Was passiert steuerlich mit Verlusten?

Verluste mindern die Steuer, aber nur innerhalb bestimmter Töpfe (§ 20 Abs. 6 EStG):

  • Aktienverlusttopf: Verluste aus dem Verkauf von Aktien dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden – nicht mit Dividenden oder Fondsgewinnen.
  • Allgemeiner Verlusttopf: Verluste aus Fonds, ETFs, Anleihen oder Zertifikaten können mit allen positiven Kapitalerträgen verrechnet werden, auch mit Aktiengewinnen.
  • Kapitalverluste dürfen nicht mit Arbeitslohn oder anderen Einkunftsarten verrechnet werden.

Die Bank verrechnet automatisch innerhalb eines Depots und überträgt nicht genutzte Verluste ins nächste Jahr. Hast du Depots bei mehreren Banken – Gewinne bei der einen, Verluste bei der anderen –, beantragst du bei der Bank mit den Verlusten eine Verlustbescheinigung. Der Antrag ist unwiderruflich und muss bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank eingehen (§ 43a Abs. 3 EStG). Mit der Bescheinigung verrechnet dann das Finanzamt in der Steuererklärung.

Wie sicher sind Wertpapiere im Depot?

Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen des Kunden. Geht die depotführende Bank pleite, gehören sie nicht zur Insolvenzmasse und werden auf ein anderes Depot übertragen. Kursverluste der Wertpapiere selbst sind dagegen nicht abgesichert. Geld auf dem Verrechnungskonto fällt bei Banken unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Bei reinen Wertpapierfirmen, die Kundengeld oder Wertpapiere veruntreuen oder nicht zurückgeben können, greift die Anlegerentschädigung: 90 % der Ansprüche, höchstens 20.000 € (§ 4 AnlEntG).

Tipps für Einsteiger

  • Breit streuen: Ein weltweiter Aktien-ETF verteilt das Risiko auf Tausende Unternehmen; Einzelaktien sind riskanter.
  • Langfristig denken: Für Aktien solltest du einen Anlagehorizont von mindestens zehn bis 15 Jahren mitbringen.
  • Regelmäßig sparen: Ein Sparplan glättet Einstiegszeitpunkte und nutzt den Zinseszinseffekt.
  • Notgroschen zuerst: Halte eine Reserve von einigen Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto, damit du in einer Krise nicht zu schlechten Kursen verkaufen musst.

Häufige Fragen

Was kostet ein Aktiendepot?

Viele Online-Broker verlangen keine Depotgebühr, berechnen aber Ordergebühren, Spreads und teils Handelsplatzentgelte. Filialbanken sind meist deutlich teurer. Vergleiche die Gesamtkosten für deine geplante Zahl an Käufen und Sparplänen.

Wie viel Steuern zahle ich auf Aktiengewinne?

25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen rund 26,4 %, mit Kirchensteuer knapp 28 %. Erträge bis 1.000 € (Ehepaare 2.000 €) im Jahr bleiben mit Freistellungsauftrag steuerfrei.

Kann ich Aktienverluste mit anderen Gewinnen verrechnen?

Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen. Verluste aus Fonds oder Anleihen dürfen mit allen Kapitalerträgen verrechnet werden, nicht aber mit Arbeitslohn.

Bis wann muss ich eine Verlustbescheinigung beantragen?

Bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank, bei der die Verluste entstanden sind. Der Antrag ist unwiderruflich.

Was passiert mit meinem Depot, wenn die Bank pleitegeht?

Die Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören weiter dir; sie werden auf ein anderes Depot übertragen. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bei Banken bis 100.000 € gesetzlich gesichert.

Quellen

  1. § 20 EStG – Kapitalvermögen (Verlustverrechnung, Sparer-Pauschbetrag) – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html
  2. § 43a EStG – Verlustbescheinigung – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__43a.html
  3. § 20 InvStG – Teilfreistellung – https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__20.html
  4. § 4 AnlEntG – Umfang des Entschädigungsanspruchs – https://www.gesetze-im-internet.de/eaeg/__4.html
Redaktion CaptainGeld. Erstmals veröffentlicht im Dezember 2015, inhaltlich geprüft am 09.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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