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Notar: Was macht ein Notar, wann braucht man ihn und wer kann Notar werden?

Geprüft am 09.10.20265 QuellenLesezeit 4 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Was ist ein Notar?
  2. Was macht ein Notar?
  3. Wann braucht man einen Notar?
  4. Was kostet ein Notar?
  5. Wie wird man Notar? Kann jeder Notar werden?
  6. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • Ein Notar ist ein unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes. Er beurkundet und beglaubigt Rechtsgeschäfte und berät dabei alle Beteiligten unparteiisch.
  • Pflicht ist der Notar unter anderem beim Grundstückskauf, bei der GmbH-Gründung, beim Ehevertrag, Erbvertrag und Schenkungsversprechen.
  • Ein Testament kannst du auch ohne Notar eigenhändig schreiben. Das notarielle Testament ist aber sicherer und ersetzt oft den Erbschein.
  • Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt (GNotKG) und richten sich nach dem Geschäftswert – bei allen Notaren gleich.
  • Notar kann nur werden, wer Volljurist ist und danach mehrjährige Praxis plus Auswahlverfahren durchläuft.

Was ist ein Notar?

Notare sind unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes (§ 1 BNotO). Sie werden vom Staat bestellt, arbeiten aber auf eigene Rechnung in einer eigenen Kanzlei. Ihre Aufgabe ist die vorsorgende Rechtspflege: Verträge und Erklärungen so festzuhalten, dass sie rechtssicher, beweiskräftig und für alle verständlich sind.

Der wichtigste Unterschied zum Rechtsanwalt: Ein Anwalt vertritt die Interessen seiner Mandanten. Ein Notar muss unparteiisch sein und alle Beteiligten gleichermaßen belehren. Beim Hauskauf berät er also Käufer und Verkäufer, nicht nur denjenigen, der ihn beauftragt hat.

Was macht ein Notar?

  • Beurkundung: Der Notar liest einen Vertrag oder eine Erklärung vollständig vor, erklärt die Folgen und lässt die Beteiligten unterschreiben. Die Urkunde hat hohe Beweiskraft.
  • Beglaubigung: Der Notar bestätigt nur, dass eine Unterschrift echt ist und von der anwesenden Person stammt. Den Inhalt prüft er dabei nicht umfassend.
  • Vollzug: Er beantragt Eintragungen im Grundbuch und Handelsregister, holt Genehmigungen ein und überwacht, wann der Kaufpreis fällig ist.
  • Verwahrung: Auf Wunsch verwahrt er Geld auf einem Notaranderkonto, wenn ein berechtigtes Sicherungsinteresse besteht.
  • Beratung: zu Gestaltungsmöglichkeiten, etwa beim Testament oder Ehevertrag.

Wann braucht man einen Notar?

Für manche Geschäfte schreibt das Gesetz die notarielle Form vor. Ohne Notar sind sie unwirksam:

VorgangVorschrift
Kauf, Verkauf oder Schenkung eines Grundstücks oder einer Eigentumswohnung§ 311b BGB
Gründung einer GmbH, Verkauf von GmbH-Anteilen§§ 2, 15 GmbHG
Anmeldungen zum Handelsregister§ 12 HGB (Beglaubigung)
Ehevertrag, etwa Gütertrennung§ 1410 BGB
Erbvertrag, Erbverzicht§§ 2276, 2348 BGB
Schenkungsversprechen§ 518 BGB
Antrag auf Adoption§ 1752 BGB

Bei der Finanzierung einer Immobilie kommt meist noch die Bestellung einer Grundschuld hinzu, die ebenfalls über den Notar läuft. Wie ein Immobilienkauf insgesamt abläuft, liest du unter Immobilienkauf und -verkauf.

Achtung: Für eine Scheidung brauchst du keinen Notar – sie wird beim Familiengericht beantragt, dort mit Anwalt. Notariell beurkundet werden kann aber eine Scheidungsfolgenvereinbarung, etwa zu Unterhalt oder Zugewinnausgleich.

Testament: Notar oder selbst schreiben?

Ein Testament ist auch ohne Notar gültig, wenn du es vollständig eigenhändig schreibst und unterschreibst (§ 2247 BGB). Am Computer geschrieben und nur unterschrieben reicht nicht. Das notarielle Testament hat Vorteile: Der Notar prüft Wortlaut und Testierfähigkeit, das Testament wird amtlich verwahrt und im Zentralen Testamentsregister erfasst. Oft genügt es zudem anstelle eines Erbscheins, etwa gegenüber dem Grundbuchamt.

Was kostet ein Notar?

Notarkosten sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt. Sie richten sich nach dem Geschäftswert, also etwa dem Kaufpreis einer Wohnung. Rabatte oder abweichende Vereinbarungen sind verboten (§ 125 GNotKG). Ein Preisvergleich zwischen Notaren lohnt sich daher nicht. Beim Immobilienkauf rechnet man für Notar und Grundbuch zusammen grob mit 1,5 bis 2 % des Kaufpreises.

Wie wird man Notar? Kann jeder Notar werden?

Nein. Voraussetzung ist immer die Befähigung zum Richteramt, also ein abgeschlossenes Jurastudium mit zwei Staatsexamen. Danach gibt es zwei Wege, je nach Bundesland:

  • Hauptberuflicher Notar (Nurnotar): unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Teilen Nordrhein-Westfalens. Bewerber durchlaufen einen in der Regel dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessor, bevor sie auf eine freie Stelle bestellt werden.
  • Anwaltsnotar: unter anderem in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Westfalen. Der Notar ist zugleich Rechtsanwalt. Er muss mindestens fünf Jahre als Anwalt tätig gewesen sein, davon zwei Jahre ununterbrochen im vorgesehenen Amtsbereich, die notarielle Fachprüfung bestehen und 160 Stunden Praxisausbildung bei einem Notar absolvieren (§ 5b BNotO).

Die Zahl der Notarstellen ist begrenzt. Die Landesjustizverwaltung schreibt freie Stellen aus und wählt nach Examensnoten, Fachprüfung und Praxis aus. Gute Noten sind deshalb praktisch Pflicht.

Was ist ein Notariatsverwalter?

Scheidet ein Notar aus, etwa durch Ruhestand oder Tod, setzt die Justizverwaltung vorübergehend einen Notariatsverwalter ein (§ 56 BNotO). Er führt die laufenden Vorgänge der Notarstelle weiter, bis ein Nachfolger bestellt ist.

Häufige Fragen

Was macht man beim Notar?

Beim Beurkundungstermin liest der Notar den Vertrag vollständig vor, erklärt die rechtlichen Folgen und beantwortet Fragen. Danach unterschreiben alle Beteiligten. Bring einen gültigen Ausweis mit und lies den Entwurf vorher in Ruhe.

Für was braucht man einen Notar?

Pflicht ist er vor allem beim Kauf oder der Schenkung von Immobilien, bei der GmbH-Gründung, bei Eheverträgen, Erbverträgen und Schenkungsversprechen. Freiwillig sinnvoll ist er etwa beim Testament oder einer Vorsorgevollmacht.

Muss ein Testament beim Notar gemacht werden?

Nein. Ein vollständig handschriftlich geschriebenes und unterschriebenes Testament ist wirksam. Das notarielle Testament bietet aber mehr Sicherheit und erspart den Erben oft den Erbschein.

Kann jeder Notar werden?

Nein. Notar kann nur werden, wer zwei juristische Staatsexamen bestanden hat und anschließend als Notarassessor oder als Rechtsanwalt mit notarieller Fachprüfung die Voraussetzungen erfüllt. Die Stellen sind begrenzt und werden nach Leistung vergeben.

Was ist der Unterschied zwischen Notar und Anwalt?

Der Anwalt vertritt einseitig die Interessen seines Mandanten. Der Notar ist zur Unparteilichkeit verpflichtet und berät alle Beteiligten eines Vertrags gleichermaßen.

Quellen

  1. § 1 BNotO – Stellung und Aufgaben des Notars – https://www.gesetze-im-internet.de/bnoto/__1.html
  2. § 5b BNotO – Voraussetzungen für Anwaltsnotare – https://www.gesetze-im-internet.de/bnoto/__5b.html
  3. § 311b BGB – Verträge über Grundstücke – https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__311b.html
  4. § 2247 BGB – Eigenhändiges Testament – https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2247.html
  5. § 125 GNotKG – Verbot der Gebührenvereinbarung – https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__125.html
Redaktion CaptainGeld. Erstmals veröffentlicht im Januar 2013, inhaltlich geprüft am 09.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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