Das Potential, der Erfolg und die Zukunftssicherheit eines Unternehmens bemisst sich in den meisten Fällen nicht nur aus einem schlüssigen Konzept der Unternehmensführung, sondern in erster Linie aus dem Unternehmenswert. Aus diesem Grund gibt es Verfahren zur Bewertung von Unternehmen. Hierzu gehört das sogenannte Ertragswertverfahren. Hier erfahrt Ihr wie es funktioniert und welche Bedeutung das Ertragswertverfahren hat. 

1. Worum handelt es sich beim Ertragswertverfahren?

Bei diesem Verfahren wird der Wert des Eigenkapitals zu einem bestimmten Stichtag berechnet, der für die eigentliche Bewertung des Unternehmens bindend ist.

Dabei bildet die Plan-Gewinn- und Verlustrechnung die Basis und mithilfe der Abzinsung werden so die in Zukunft erwarteten Überschüsse bei den Erträgen zuverlässig berechnet. Sie bilden die Grundlage für die Unternehmensbewertung, wobei hier ganz klar davon ausgegangen wird, dass das Unternehmen in Zukunft Gewinne erwirtschaftet.

Ein Unternehmen ohne Zukunftspotentiale kann so nicht bewertet werden.

2. Wofür benötigt man das Ertragswertverfahren?

Steht ein Unternehmen aus den unterschiedlichsten Gründen zum Kauf/Verkauf, so ist es wichtig zu wissen wie viel es überhaupt Wert ist.

Mithilfe des Ertragswertverfahren kann dieser Unternehmenswert recht zuverlässig errechnet werden und bildet dann die Grundlage für Kauf/Verkaufsverhandlungen.

Als Ansatz zur Bewertung dient in erster Linie die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, nicht etwa nur die Vergleichswerte aus der Vergangenheit.

Dass bedeutet,

 Ein etwaiger Verkaufs-/Kaufpreis darf niemals über dem Betrag der zu erwartenden Gewinne liegen, da dies sonst unglaubwürdig wäre.

Der zu errechnende Ertragswert gibt eine Orientierung wie hoch die Investitionen sein müssen, damit der zu erwartende Gewinn in einem bestimmte Zeitraum auch eine adäquate Verzinsung abwirft.

3. Wie wird der Ertragswert berechnet?

Für die Berechnung des Ertragswertes benötigt man folgende Kenngrößen:

  • erwarteter Gewinn (zukünftiger Ertragsabschluss)
  • Kapitalisierungszins

3.1. Woraus setzt sich der erwartete Gewinn zusammen?

Um eine Prognose für die Zukunft abgeben zu können, muss man sich beim Gewinn auf die Werte aus der Vergangenheit beziehen.

Er errechnet sich aus:

  • durchschnittlichen Betriebsertrag der letzten Jahre

davon abgezogen werden:

  • außerordentliche Ausgaben/Einnahmen
  • betriebsfremde Ausgaben/Einnahmen
  • Entlohnung des Unternehmers (objektiv)
  • betriebsfremde/periodenfremde Ausgaben/Einnahmen

3.2. Woraus setzt sich der Kapitalisierungszins zusammen?

Dieser Zinssatz ist die entscheidende Kenngröße in der Berechnung des Ertragswerts, da er sich aus mehreren Zinssätzen addiert und auch einen großen Einfluss auf hat.

Folgende Zinssätze werden summiert: 

  • Basiszinssatz
  • Immobilitätszuschlag
  • Inflationsschutz (abzuziehen)
  • Risikozuschlag (etwa 4%)

Je höher der Kapitalisierungszins ist, desto weniger ist das Unternehmen nach dieser Berechnung wert. Fällt der Zinssatz dagegen vergleichsweise niedrig aus, ist davon auszugehen, dass das Unternehmen relativ gut bewertet wird..

3.3. Die Formel zur Berechnung des Ertragswerts

Mit folgender Formel kann man schlussendlich den Ertragswert des Unternehmens für einen Kauf/Verkauf berechnen:

Ertragswert = (zu erwartender Gewinn x 100) / Kapitalisierungszins

Der errechnete Ertragswert für das Unternehmen ist mit Sicherheit eine gute und aussagekräftige Orientierung für beide Parteien (Käufer/Verkäufer).

Allerdings kann dieser Wert nur eine Grundlage für die Verhandlungen sein, in denen es in erster Linie darum gehen muss, ein bestimmtes Terrain für Unter- und Obergrenze des Preises abzustecken.

Im Endeffekt müssen jedoch beide Parteien auf einen gemeinsamen Nenner kommen, sodass jeder damit leben kann. Das Ertragswertverfahren ist dabei eine gute Hilfe.

Written by Captain Geld

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