Natürlich möchte jeder potenzielle Geldanleger einen möglichst hohen, und idealer Weise auch garantierten, risk-1027880_640 by McLac2000 - pixabay.comErtrag erwirtschaften, dabei aber jegliches Risiko soweit machbar ausschalten. Falls Sie nicht selber einschätzen können wie risikofreudig Sie eigentlich sind, so wird sich dies spätestens, wenn Sie wegen einer Geldanlage einen Finanzberater aufsuchen, grundlegend ändern.

In aller Regel befragen Finanzberater ihre Kunden zuallererst nach deren finanziellen Verhältnissen, Anlagezielen und Erfahrungen mit diversen Anlageformen. Daraus versuchen die Berater ein individuelles Risikoprofil zu erstellen.

Dem lässt sich entnehmen, ob Sie eher zu den

  • „konservativen“
  • „ertragsorientierten“
  • „sicherheitsorientierten“ oder
  • „risikobewussten“ Anlegern

gehören.

Dabei kommen für jede Kategorie bestimmte Geldanlageformen in Frage.

Welche Geldanlageform passt zu mir?

Die meisten Finanzdienstleister unterscheiden zwischen vier bis sechs Risikoklassen. Die unterste Risikoklasse umfasst die Geldanlagen mit dem question-1015308_640 by McLac2000 - pixabay.comgeringsten Risiko, die höchste dagegen Finanzprodukte mit dem größten Risiko bis hin zum möglichen kompletten Einlagenverlust.

Dabei sind die Grenzen zwischen den einzelnen Klassen fließend und unterscheiden sich auch je nach Beratungsunternehmen.

Es geht daher nachfolgend eher um eine grobe und vom jeweiligen Finanzdienstleister abhängige Orientierung, nicht um eine einheitlich definierte Klassifizierung.

1. Die Risikoklasse 1 – ideal geeignet für Risikoscheue

Diese Kategorie ist mit dem geringstmöglichen Risiko behaftet und für sicherheitsorientierte Anleger geeignet. Angeboten werden in dieser Klasse vornehmlich klassische, einlagengesicherte Anlageformen wie etwa

Die Verzinsung ist jedoch in dieser Klasse in aller Regel sehr gering, sodass damit noch nicht mal ein Inflationsausgleich erzielt wird. Betrachtet man diesen Umstand aus der Sicht der realen Kaufkraft, so wird Ihr Geld bei diesen Anlageformen eher weniger als mehr.

2. Die Risikoklasse 2 – maßgeschneidert für konservative Anleger

Die Verzinsung ist hier in aller Regel etwas besser als in der untersten Risikoklasse, das Risiko von Wertverlusten dafür zwar etwas höher, aber immer noch im sehr niedrigen Bereich. In Frage kommen hier etwa

Auch bestimmte geldmarktnahe Fonds gehören in dieser Risikoklasse.

3. Risikoklasse 3 – vertretbare Risiken und Erträge

Wer als eher ertragsorientierter Anleger bereit ist, ein etwas höheres Risiko einzugehen, liegt in dieser Klasse richtig. Zu dieser zählt vor allem der Aktienhandel, dazu gehören auch Aktienfonds mit europäischen Standardwerten sowie internationale Aktien-, Renten- und Mischfonds.

4. Risikoklasse 4 – perfekt für risikofreudigere Anleger

In diese Klasse gehören

  • Aktien und Aktienfonds mit weltweiten Standardwerten,
  • Zertifikaten sowie
  • Währungsanleihen mit mittlerer Bonität

– und damit wird es schon sehr spekulativ. Hier gehen Sie das reale Risiko eines zumindest zeitweiligen Wertverlustes ein. Für diese Anlageform gehören also nicht nur gute Nerven, sondern auch ein langer finanzieller Atem, um etwaige temporäre Kursstürze auch aussitzen zu können.

5. Risikoklasse 5 – reserviert für Spekulanten und sonstige Abenteurer

In dieser Risikoklasse treffen sich überaus risikofreudige Anleger, welche von der Aussicht auf exorbitante Gewinne angelockt werden. Dafür müssen sie in Kauf nehmen, eventuell ihr komplettes eingesetztes Kapital zu verlieren.

Daher sollten Sie derartige Risiken nur eingehen, wenn Sie wirklich auf das eingesetzte Geld verzichten können.

In diese Kategorie gehören

  • hochspekulative Anleihen,
  • Optionsscheine,
  • internationale Aktien-Nebenwerte,
  • Futures,
  • Optionen und
  • Derivate.

Wie realistisch ist die persönliche Einstufung?

Die beschriebene und durch die Finanzdienstleister vorgenommene Kategorisierung ist theoretisch sicherlich business-world-541430_640 by geralt - pixabay.comsehr sinnvoll, leidet aber in der Praxis an einem ganz entscheidenden Manko:

Die Provisionshöhe des Finanzdienstleisters steigt in aller Regel mit zunehmender Risikoklasse des Kapitalgebers und erhöhtem Kapitaleinsatz.

Daher stufen sehr viele Finanzberater ihre Kunden in höhere Risikoklassen als angebracht ein und empfehlen damit deutlich riskantere Anlageformen als dem Kunden überhaupt bewusst ist.

Im Zweifelsfall sollten Sie daher vor der Investition unbedingt eine zweite, neutrale Meinung einholen. Wertvolle diesbezügliche Hinweise erteilen insbesondere die Verbraucherverbände.

Written by Captain Geld

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