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Businessplan erstellen: Aufbau, Inhalte und Finanzplan für Bank und Förderung

Geprüft am 09.10.20264 QuellenLesezeit 4 Minuten
Inhalt dieser Seite
  1. Wozu brauchen Sie einen Businessplan?
  2. Aufbau: Diese Kapitel gehören hinein
  3. Der Finanzplan – das Fundament für die Finanzierung
  4. Welche Geldgeber den Businessplan sehen wollen
  5. Tipps für einen überzeugenden Businessplan
  6. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

  • Ein Businessplan beschreibt Geschäftsidee, Markt, Organisation und Finanzen eines Vorhabens. Er dient Ihnen als Fahrplan und Geldgebern als Entscheidungsgrundlage.
  • Ohne Businessplan gibt es in der Regel keinen Bankkredit, keinen KfW-Gründerkredit und keinen Gründungszuschuss der Arbeitsagentur.
  • Herzstück ist der Finanzplan: Kapitalbedarf, Finanzierung, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau sowie Liquiditätsplan für mindestens drei Jahre.
  • Üblich sind 15 bis 30 Seiten plus Anhang. Entscheidend sind nachvollziehbare Zahlen, nicht die Länge.

Wozu brauchen Sie einen Businessplan?

Ein Businessplan (auch Geschäftsplan) ist eine schriftliche Beschreibung Ihres Vorhabens: Was bieten Sie an, wer kauft es, was kostet der Start, und ab wann trägt sich das Unternehmen? Er erfüllt zwei Aufgaben:

  • Für Sie selbst: Beim Schreiben müssen Sie jede Annahme durchdenken – Preise, Kunden, Kosten, Wettbewerb. Viele Schwachstellen fallen erst dabei auf, also bevor echtes Geld fließt.
  • Für Geldgeber: Banken, Förderinstitute und Investoren entscheiden anhand des Plans, ob sie Geld geben. Sie wollen sehen, dass die Idee tragfähig ist und Sie Kredit und Zinsen zurückzahlen können.

Konkret verlangt wird ein Businessplan zum Beispiel beim Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit: Sie müssen die Tragfähigkeit Ihrer Gründung durch die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle nachweisen, etwa der IHK, der Handwerkskammer oder eines Kreditinstituts (§ 93 SGB III). Grundlage dieser Stellungnahme ist Ihr Businessplan. Auch für Förderkredite wie den ERP-Gründerkredit der KfW prüft die Hausbank den Plan.

Aufbau: Diese Kapitel gehören hinein

  1. Zusammenfassung (Executive Summary): ein bis zwei Seiten mit dem Wichtigsten – Idee, Zielgruppe, Kapitalbedarf, erwarteter Umsatz und Gewinn. Schreiben Sie sie zuletzt, aber stellen Sie sie an den Anfang. Viele Leser entscheiden nach dieser Seite, ob sie weiterlesen.
  2. Gründerperson oder Team: Ausbildung, Berufserfahrung, Branchenkenntnis, kaufmännisches Wissen. Lücken offen benennen und sagen, wie Sie sie schließen.
  3. Geschäftsidee und Angebot: Welches Problem lösen Sie? Was unterscheidet Sie vom Wettbewerb (Alleinstellungsmerkmal)? Gibt es Schutzrechte wie Patente oder Marken?
  4. Markt und Wettbewerb: Zielgruppe, Marktgröße, Trends, wichtigste Konkurrenten mit Preisen und Stärken. Belegen Sie Zahlen mit Quellen, etwa Statistiken oder eigenen Umfragen.
  5. Marketing und Vertrieb: Preisstrategie, Vertriebswege, Werbung, Standort.
  6. Organisation und Rechtsform: Rechtsform, Personalplanung, Lieferanten, Genehmigungen, Versicherungen.
  7. Chancen und Risiken: Was passiert, wenn Umsätze langsamer kommen oder ein großer Kunde abspringt? Ein realistisches Szenario wirkt glaubwürdiger als reiner Optimismus.
  8. Finanzplan: der Zahlenteil, siehe unten.
  9. Anhang: Lebenslauf, Zeugnisse, Angebote für Investitionen, Mietvertragsentwurf, Absichtserklärungen von Kunden.

Der Finanzplan – das Fundament für die Finanzierung

Für Bank und Förderstelle ist der Finanzplan der wichtigste Teil. Er besteht üblicherweise aus fünf Bausteinen und umfasst mindestens drei Jahre, das erste Jahr monatlich:

BausteinInhalt
KapitalbedarfsplanInvestitionen (Ausstattung, Fahrzeug, Software), Gründungskosten, Waren- und Materialerstausstattung, Anlaufverluste und eine Reserve
FinanzierungsplanWoher kommt das Geld: Eigenkapital, Bankkredit, Förderkredit, Beteiligungen, Zuschüsse
LebenshaltungskostenWas Sie privat zum Leben brauchen, inklusive Kranken- und Altersvorsorge – das muss das Unternehmen zusätzlich erwirtschaften
RentabilitätsvorschauErwartete Umsätze minus Kosten = Gewinn vor Steuern, pro Jahr
LiquiditätsplanMonatliche Einnahmen und Ausgaben: Reicht das Geld auf dem Konto jederzeit?
Beispiel: Eine Grafikdesignerin plant 18.000 € für Technik und Software, 2.000 € Gründungskosten und eine Reserve von 10.000 € für die ersten Monate. Kapitalbedarf: 30.000 €. Sie bringt 8.000 € Ersparnisse ein und beantragt über ihre Hausbank 22.000 € als ERP-Gründerkredit – StartGeld. Im Liquiditätsplan zeigt sie, dass Kreditrate und Lebenshaltung ab dem siebten Monat aus den Umsätzen gedeckt sind.
Achtung: Der häufigste Fehler ist ein zu knapper Liquiditätsplan. Kunden zahlen oft erst Wochen nach der Rechnung, Umsatzsteuer und Krankenversicherung fallen trotzdem an. Planen Sie die Einnahmen vorsichtig und die Ausgaben großzügig. Wie sich Eigen- und Fremdkapital sinnvoll mischen lassen, lesen Sie unter Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung.

Welche Geldgeber den Businessplan sehen wollen

  • Hausbank: Sie prüft Kapitaldienstfähigkeit und Sicherheiten. Förderkredite der KfW beantragen Sie ebenfalls über die Hausbank.
  • KfW – ERP-Gründerkredit StartGeld (067): für Gründungen und junge Unternehmen bis fünf Jahre nach Start, bis zu 200.000 € (davon bis 80.000 € für Betriebsmittel), Stand Oktober 2026. Die KfW übernimmt einen Teil des Ausfallrisikos der Bank.
  • Agentur für Arbeit – Gründungszuschuss: für Arbeitslose mit noch mindestens 150 Tagen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Sechs Monate lang gibt es das zuletzt bezogene Arbeitslosengeld plus 300 € monatlich, danach unter Umständen weitere neun Monate 300 € (§ 94 SGB III). Es ist eine Ermessensleistung, ein Rechtsanspruch besteht nicht.
  • Förderbanken der Länder und Bürgschaftsbanken: Sie bieten eigene Programme und übernehmen Bürgschaften, wenn Sicherheiten fehlen.
  • Investoren: Business Angels und Wagniskapitalgeber steigen mit Eigenkapital ein und erwarten ein starkes Wachstum (siehe Beteiligungsfinanzierung).

Einen Überblick über weitere Kreditarten gibt der Beitrag Welche Kredite gibt es für eine Firmengründung?

Tipps für einen überzeugenden Businessplan

  • Klar und belegt: Kurze Sätze, keine Fachsprache um ihrer selbst willen. Jede wichtige Zahl braucht eine Herleitung.
  • Ehrlich bei Risiken: Geldgeber kennen die typischen Probleme. Wer sie verschweigt, verliert an Glaubwürdigkeit.
  • Kostenlose Hilfe nutzen: IHK, Handwerkskammer und Gründungsberatungen prüfen Businesspläne oft kostenlos oder günstig. Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums bietet Checklisten und Vorlagen.
  • Aktuell halten: Ein Businessplan ist kein einmaliges Dokument. Vergleichen Sie Plan und Ist regelmäßig und passen Sie die Zahlen an. Typische Stolpersteine nach dem Start beschreibt der Beitrag Start-ups: Herausforderungen und Stolpersteine.

Häufige Fragen

Was gehört in einen Businessplan?

Zusammenfassung, Gründerprofil, Geschäftsidee, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Marketing, Organisation und Rechtsform, Chancen und Risiken, ein Finanzplan für mindestens drei Jahre sowie ein Anhang mit Nachweisen.

Wie lang sollte ein Businessplan sein?

Üblich sind etwa 15 bis 30 Seiten plus Anhang. Wichtiger als die Länge sind nachvollziehbare und belegte Zahlen.

Brauche ich für den Gründungszuschuss einen Businessplan?

Ja, praktisch immer. Sie müssen der Agentur für Arbeit die Tragfähigkeit Ihrer Gründung mit der Stellungnahme einer fachkundigen Stelle nachweisen (§ 93 SGB III), und diese prüft dafür Ihren Businessplan.

Was ist der wichtigste Teil des Businessplans?

Für Geldgeber der Finanzplan mit Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplan. Er zeigt, ob das Unternehmen Kredite zurückzahlen und Sie davon leben können.

Quellen

  1. § 93 SGB III – Gründungszuschuss – https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__93.html
  2. § 94 SGB III – Dauer und Höhe der Förderung – https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__94.html
  3. KfW – ERP-Gründerkredit StartGeld (067) – https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Nachfolgen/F%C3%B6rderprodukte/ERP-Gr%C3%BCnderkredit-Startgeld-(067)/
  4. Existenzgründungsportal des BMWE – Businessplan – https://www.existenzgruendungsportal.de/Navigation/DE/So-gehts/Businessplan/businessplan
Redaktion CaptainGeld. Erstmals veröffentlicht im März 2018, inhaltlich geprüft am 09.10.2026. Kein Ersatz für eine Beratung im Einzelfall.

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